Wanderung zu den Schachten im Nationalpark Bayerischer Wald
Die Wanderung von der Trinkwassertalsperre Frauenau hinauf zu den Schachten im Nationalpark Bayerischer Wald ist definitiv kein kurzer Spaziergang – sondern ein echter „Hatscher“. Doch jeder einzelne Höhenmeter lohnt sich, denn die historischen Schachten zählen zu den faszinierendsten Landschaftsformen des gesamten Nationalparks.
Bereits zu Beginn führt der Weg eine längere Zeit entlang der Trinkwassertalsperre. Immer wieder öffnen sich zwischen den Bäumen kleine Blickfenster auf das Wasser, doch meist bewegt man sich tief eingebettet in der stillen Waldwildnis. Gerade diese ruhigen Waldpassagen sorgen dafür, dass man schnell in einen angenehmen Wanderrhythmus findet.
Über den südlichen Damm der Talsperre erreicht man schließlich den ersten Höhepunkt der Tour: den Verlorenen Schachten. Nach dem durchaus anstrengenden Aufstieg bietet sich dieser Ort perfekt für eine erste Rast an. Besonders beeindruckend ist hier – wie auf allen Schachten – die außergewöhnliche Ruhe. Kaum Geräusche, kaum Menschen, nur Natur.
Weiter führt der Weg zum persönlichen Highlight der Wanderung, dem Almschachten. Mächtige Baumriesen, offene Wiesenflächen und eine fast parkähnliche Landschaft schaffen eine einzigartige Kulisse. Die besondere Vegetation und das sanfte Licht machen diesen Ort zu einem Paradies für Naturfreunde und Fotografen. Hier lohnt es sich, bewusst innezuhalten und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Anschließend geht es über die Hochschachten weiter Richtung Latschensee. Auch diese weitläufigen Bergwiesen beeindrucken mit ihrer offenen Landschaft und den charakteristischen Einzelbäumen. Schließlich erreicht man durch das Latschenfilz den idyllisch gelegenen Latschensee – den Endpunkt der Tour und einen wunderbar ruhigen Platz für eine ausgedehnte Pause. Die obligatorische „Gipfelhoibe“ durfte hier natürlich trotzdem nicht fehlen, auch wenn diesmal kein klassisches Gipfelkreuz wartet.
Der Rückweg erfolgt auf derselben Strecke, alternativ ist jedoch auch eine Rundtour über Kohlschachten und Lindberg möglich.
Doch was sind eigentlich Schachten? Historisch gesehen handelt es sich um ehemalige Waldweiden. Bauern aus der Region Zwiesel brachten ihr Vieh während der Sommermonate in die Hochlagen der Wälder. Durch die jahrhundertelange Beweidung entstanden offene Bergwiesen und aufgelichtete Wälder – einzigartige Kulturlandschaften, die heute unter Schutz stehen und zu den besonderen Naturjuwelen des Nationalparks zählen.
Diese Schachtenwanderung verbindet eindrucksvoll Waldwildnis, Kulturgeschichte und stille Naturerlebnisse – auch wenn danach durchaus wieder die Sehnsucht nach einem echten Gipfel mit Kreuz wächst. Allein schon wegen der wohlverdienten Gipfelhoibe.























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